Florian Effert, Niklas Gerigk, Matthias Jakobs, Felix Walkenbach und Lasse Lindermann  werden unsere Schule bei der FairplayTour der Großregion 2015 vertreten. Am Freitag, 17.07.2015 geht es auf die 750 Kilometer lange Tour durch Rheinland-Pfalz, Belgien, Luxemburg, Frankreich und das Saarland, auf der die fünf Radfahrer ihr Durchhaltevermögen, ihre Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft sowie ihre Solidarität unter Beweis stellen werden. Begleitet werden sie von Herrn Reiz auf dem Rad, der sie das gesamte Schuljahr vorbereitet hat, und Herrn Kaufmann, der organisatorische Aufgaben übernehmen wird.
Die erste Etappe wird die Tourteilnehmer am Samstag nach Polch führen, wo sie gegen 16 Uhr erwartet werden. Auf dem Marktplatz wird es bereits ab 13 Uhr Programm auf der Bühne und Infostände geben. Da dies der einzige Etappenhalt in unserer Region ist, bietet sich für alle Interessierten ein Besuch der Tour in Polch an.
Über den Verlauf der Tour werden wir an dieser Stelle tagesaktuell berichten. Reinschauen lohnt sich also…

1. Etappe: 18.07.2015 Daun – Cochem – Polch (93 km)

Gestern startete endlich die 17. Fairplay Tour in Daun. Nachdem wir uns eingerichtet hatten, gingen wir zu einem Lebenslauf in die Innenstadt von Daun. Matthias zeigte, bezogen auf unsere Jungs, am meisten Engagement.
Zurück an der Schule wurde erst einmal geduscht, dann Abend gegessen: Gyros mit Pommes: Lecker! Schon hier merkte man, dass sich die beiden von Herrn Reiz betreuten Gruppen, der RS plus Mendig und den Radsportlern vom VfB Polch zusammen wachsen.
Nach dem Abendessen war die Sympathie schon so groß, dass beide Gruppen sich entschlossen, gemeinsam im Freien zu übernachten. Das hätte sicherlich eine entspannte Nacht für Herrn Reiz bedeutet, hätte nicht Lasse seinen Schlafsack vergessen. Herr Reiz überließ ihm selbstlos seinen eigenen, was allerdings nicht zuträglich für seinen Schlaf war.
Um 9.00 Uhr ging es endlich los. Die erste Etappe über 93 km nach Polch. Wir hatten viel Zeit und fuhren entsprechend langsam. Die Stimmung unter den Mendigern war sehr gut; es wurden sogar die ersten, wenn auch nicht hochwertigen, Gesänge angestimmt.
Die Polcher Gruppe wurde aufgrund ihrer hohen Leistungsfähigkeit vorne als Überholer eingesetzt. In Polch wurden wir jubelnd empfangen. Fast alle Eltern standen am Marktplatz. Griesson hatte seine große Hüpfburg aufgestellt, die von unseren Jungs sofort in Beschlag genommen wurde. Gestern noch mitten in der Pubertät, heute wieder Spielkinder…

2. Etappe: 19.07.2015 Polch – Dollendorf – Prüm – Waxweiler (127 km)

 Das sommerliche Wetter bei der Ankunft in Polch verleitete einige unserer Jungs dazu, im Freien zu übernachten. Eine Entscheidung, die sie ziemlich genau um 3:18 Uhr bereuen sollten. Denn genau zu diesem Zeitpunkt öffnete der Himmel alle Schleusen.
Die Nacht war ohnehin kurz genug, denn um 6:40 Uhr war sie schon wieder zu Ende. Rechtzeitig zum Aufbruch ließ der Regen nach, so dass man mit großem Tatendrang die Königsetappe der diesjährigen Tour in Angriff nahm.
Zwischen Polch und Waxweiler lagen 127 km mit knackigen Anstiegen und turbulenten Wetterkapriolen, die einen Teil des Teilnehmerfeldes zur Kapitulation zwangen.
Auch die Mendiger Gruppe wurde nicht verschont, Florian zahlte nach 75km den Preis seines erfolgreichen Handball-Turniers vom Vortag und musste unter Schmerzen aussteigen. Für morgen ist er aber schon hoch motiviert. Florians Ausstieg war ein Glücksfall für Niklas. Dessen Bremsen versagten bei km 70 und er musste durch Herrn Reiz unter vollem Körpereinsatz abgebremst werden. Die Pause konnte Niklas nutzen, um auf Florians Rad umzusteigen.
Auch bei Lasse wurde es kritisch. Drei gebrochene Speichen und Rückenschmerzen nach seinem Bandscheibenvorfall konnten ihn aber nicht daran hindern, die Etappe bis zum Ende durchzufahren.
Der Gepäcktransporter von Herrn Kaufmann wurde unterdessen umfunktioniert, um die vielen Opfer der widrigen Umstände sicher zum Etappenziel zu fahren. Die die durchhielten wurden nach 6:38 h reiner Fahrzeit mit einem „leckeren“ Essen belohnt. Es gab Nudeln mit Hackfleischsoße, nach den Spaghetti Bolognese von gestern eine „willkommene Abwechslung“.

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Mittagsrast in Dollendorf

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Während Herr Kaufmann im Auto sitzt…

 3. Etappe: 20.07.2015 Waxweiler – St. Vith – Bastogne (91 km)

In Waxweiler schliefen wir in einer ehemaligen Schule, die kurz vor dem Abriss steht. Wir fanden einen leerstehenden Klassenraum ohne Fensterscheiben nur für unsere beiden Gruppen. Nach dem Abendessen tönten alle noch, dass sie sich nicht an die Bettruhe halten würden. Als Herr Reiz aber nach dem Verfassen des Tagesberichtes ins Zimmer kam, schliefen alle schon tief und fest, erschöpft von der anstrengenden Etappe. Herr Reiz tat es ihnen gleich, während Herr Kaufmann diesen Bericht zu Ende schrieb.
Morgens ging es dann zur gewohnten Zeit Richtung Belgien. Bis zur Mittagspause war es einfach nur schwül, ab St. Vith regnete es dann aber immer wieder. Dem Durchhaltevermögen der Jungs tat dies aber auf der welligen Etappe keinen Abbruch. Besonders motiviert war Matthias, der seinen ersten Einsatz als Überholer absolvierte. Lasse musste zwar mit Rückenschmerzen immer wieder geschoben werden und Niklas fiel aufgrund einer Reifenpanne zeitweise aus, in Bastogne kamen wir aber wieder alle zusammen an.
Alle Teilnehmer spüren nun am dritten Tag auch immer mehr, was diese Tour eigentlich ausmacht. Auf die Frage, was denn für sie Fairplay bedeutet, kennen alle sofort eine Antwort. Für die einen bedeutet es, dass ihnen im Berg geholfen wird oder dass man auf sie Rücksicht nimmt, für andere, dass sie ganz selbstverständlich anderen helfen. Auch sind alle fasziniert von der Fairness beim Essen: Es wird geduldig gewartet ohne Murren oder Drängeln. Die übliche Portion Spaghetti Bolognese wurde heute durch einen sehr „leckeren“ Käse aufgewertet.
In Bastogne erwarteten uns die Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag mit Hüpfburg, Obst in Schokolade und vielem mehr. Heute Abend werden wir dort noch weiter mit feiern und zum Abschluss ein Feuerwerk genießen.

 

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Gespanntes Lauschen auf Herbert Ehlens Worte

 

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Abendbesprechung: In 30 Minuten wird das Licht gelöscht.

4. Etappe: 21.07.2015 Bastogne – Wahlhausen – Neuerburg (79 km)

Der gestrige Abend war ein Highlight der diesjährigen Tour. Nach dem Abendessen gingen wir zu den Feierlichkeiten, wo nicht nur das Feuerwerk sondern auch eine riesige Open-Air-Disco die Zuschauer anlockte. Die Teilnehmer der Fairplay Tour rockten die Party.
Auch wenn die Nacht entsprechend kurz war, ging man am nächsten Morgen wieder pünktlich an den Start Richtung Neuerburg.
Zwei schwere Anstiege machten den Jugendlichen schon vor dem Start der Etappe Angst. Aber beide Berge wurden durch das perfekte Teamwork von starken und schwachen Radfahrern ohne große Ausfälle bewältigt.
Den zweiten, steileren Anstieg konnte Niklas trotz aller Mühe nicht zu Ende fahren. Ihm platzte mit einem lauten Knall der Reifen, woraufhin er versuchte, den Berg neben der Gruppe hoch zu laufen. Nach einem knappen Kilometer musste er allerdings die Segel streichen und wurde vom LKW aufgeladen. Letztendlich war Florian aber der einzige, der zusammen mit Herrn Reiz oben ankam: Felix war gestürzt und Lasse leistete Erste Hilfe. Nachdem beide dann wieder im Feld mit fuhren, stürzte Lasse. Beide quälten sich aber trotz Schmerzen bis zum Etappenziel, wo sich Lasse erst einmal vom Physiotherapeuten verarzten ließ. Letztendlich kamen alle außer Niklas gemeinsam im Zielort an und waren stolz, die anspruchsvolle Etappe geschafft zu haben.
Zur Belohnung fiel die tägliche Ration Spaghetti Bolognese aus und wurde zum zweiten Mal durch Gyros mit Pommes ersetzt.

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Polch und Mendig bilden mittlerweile ein starkes Team

5. Etappe: 22.07.2015 Neuerburg – Echternach – Luxemburg (80 km)

Langsam kehrt Routine in den morgendlichen Ablauf ein: 7.00 Uhr aufstehen, Sachen packen und zum LKW bringen, frühstücken und für die Abfahrt bereit machen. Normalerweise ist dieser Vorgang um 8.45 Uhr abgeschlossen. Heute allerdings zog sich die Prozedur bis 9:30 Uhr hin, so dass sich die Abfahrt erheblich verzögerte. Um die verlorene Zeit reinzuholen, wurde mit verschärftem Tempo gestartet: Das Feld rollte so schnell, dass es sogar vor Herrn Kaufmann mit dem Gepäcktransporter bei der Mittagsrast am Stausee in Echternach ankam. Trotzdem hatte keiner Probleme mit dem Tempo, mittlerweile haben sich alle an die tägliche Belastung gewöhnt.
Die Mittagspause wurde für Mannschaftsfotos genutzt. Beim anschließenden „Chillen“ wurde Niclas von einer Wespe in den Rücken gestochen. Da dies aber noch nicht als Grund für eine Aufgabe reichte, hatte sein Rad erneut einen Platten. So war die Etappe bereits bei der Mittagsrast für ihn beendet. Herr Kaufmann konnte sich die nächsten Kilometer sein Fluchen im Begleitfahrzeug anhören. Dadurch hatte er aber endlich mal die Gelegenheit eine Dusche aufzusuchen. Vielleicht war es aber auch die Androhung seiner Mitfahrer, ihn „Zwangszuduschen“.
Alle anderen brachten die durchaus wellige Etappe ohne Unterstützung zusammen mit Herrn Reiz in Gruppe 6 zu Ende. Florian stürzte leider noch beim Abbremsen vor dem Etappenziel in Luxemburg Stadt.
Sollte es heute wieder Nudeln geben, herrscht Einigkeit in der Gruppe, dass wir in der Stadt Essen gehen.

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Der Einsamkeit am Echternacher See…

 

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…folgte die Begrüßung des Fahrerfeldes in Luxemburg!

 6. Etappe: 23.07.15 Luxembourg – Merzig – Saarbrücken (113 km)

Pünktlich um 9.00 Uhr schickte der Sportminister von Luxemburg die Fahrer auf die 6. Etappe nach Saarbrücken. Bis zur Mittagspause in Merzig wurden 60 km zurückgelegt, die es durchaus in sich hatten. Bravourös kämpfte sich das Feld geschlossen über den 430 m hohen Schneeberg. Auch unsere Truppe schaffte den Anstieg fast ohne Probleme. Florian hatte die Etappe erst gar nicht in Angriff nehmen können, da sein Handgelenk vom gestrigen Sturz noch schmerzte. In Merzig angekommen wurden wir mit Obst und Getränken empfangen. Nach der üblichen einstündigen Pause stieß auch Florian wieder zur unserer Truppe dazu, da die Schmwerzen weniger wurden. An der Saar entlang rollte man entspannt dem Ziel Saarbrücken entgegen, voller Vorfreude auf das legendäre Essen vom Chef de Cuisine Siggi Weiler. Wenige Kilometer vor dem Etappenziel musste Matthias dann doch noch in den LKW, er hatte einen Platten. Somit ist unsere „Kampfsau“ Lasse der einzige Mendiger ohne LKW-Erfahrung. Nach dem tollen Essen wurde der Abend sehr ruhig zu Ende geführt.

Herr Reiz motiviert alle zum Aufbruch...

Herr Reiz motiviert alle zum Aufbruch…

7. Etappe: 24.07.15 Saarbrücken – St. Wendel – Birkenfeld (84 km)

Heute ist der letzte Schultag. Während in Mendig die Zeugnisse ausgegeben wurden, trugen wir den Fairplay-Gedanken von Empfang zu Empfang . Die siebte Etappe führte die Radfahrer von Saarbrücken über St. Wendel nach Birkenfeld. Bei einem Zwischenstopp in Neunkirchen stellte der Zoo Neunkirchen Obst und Getränke zur Verfügung und verteilte Freikarten. Zur Mittagsrast in Sankt Wendel wurden die Tourteilnehmer mit einer „School“s out“ Party empfangen. Der Stadtbürgermeister spendierte Obst und kühle Getränke. An dieser Stelle muss einmal erwähnt werden, dass sich die Disziplin im Feld von Tag zu Tag steigert. Die Regeln, die beim Fahren in einer so großen Gruppe notwendig sind, werden weitgehend eingehalten. Dadurch kann ein vergleichsweise hohes Tempo gefahren werden. Auch unsere beiden Teams aus Polch und Mendig haben mittlerweile das Fahren in der großen Gruppe und die daraus resultierenden Regeln verinnerlicht. Am Zielort konnte sich jeder Tourteilnehmer mit einem leckeren Eis etwas abkühlen. Bei dem gleichzeitigen Empfang wurden die fleißigsten Spendensammler geehrt. Nach dem Essen ging es für die meisten ins Schwimmbad, wo bei Live-Musik und einem Swim-and-Run-Wettbewerb der letzte Abend der Tour 2015 gebührend gefeiert wurde. Herr Reiz nahm den letzten Abend zum Anlass, ein Resümee von den Schülern ziehen zu lassen. Dieses war eindeutig: Alle zeigten sich begeistert von der Atmosphäre, dem Gemeinschaftssinn und dem gelebten Fairplay-Gedanken.

...aber irgendwie kommen seine Worte nicht so recht an.

…aber irgendwie kommen seine Worte nicht so recht an.

8. Etappe: Birkenfeld – Föhren – Trier (86km)

Bei der abendlichen Besprechung hatte Herr Reiz noch angekündigt, dass die letzte Etappe eher eine lockere Triumph-Fahrt nach Trier ist:  Gute Laune, gutes Mittagessen…
Leider zeigte sich bereits in der Nacht, dass der Wettergott andere Pläne hatte. Das Plätschern des Regens auf das Hallendach war so laut, dass es selbst die schnarchenden Mitfahrer übertönte.
Glücklicherweise hatte sich das Wetter so beruhigt, dass wir trotzdem wie geplant auf die letzte Etappe starten konnten. 13°C und Regen waren zwar keine optimalen Bedingungen, die Freude auf Zuhause erhöhte aber die Stimmung. Wir kämpften uns den Hochwald hinauf und halfen wie immer den Schwächeren. Es blieb auch nichts anderes übrig, denn der Besenwagen hatte einen Plattfuß und stand daher nicht zur Verfügung.
Nach 61 anstrengenden Kilometern erreichten wir unser Mittagsziel und Tourziel des kommenden Jahres, die Fa. Vet-Concept im Industriegebiet Föhren. Die hatte aufgrund des Wetters die Pause kurzerhand in eine Lagerhalle verlegt, wo wir mit Bratwürsten, Kartoffeln, Kuchen, Eis und Getränken verwöhnt wurden.
Die letzten 25km nach Trier rollten wir entspannt dahin und wurden dort freudig empfangen. Endlich konnten wir unsere Lieben wieder in die Arme schließen. Herr Waters begrüßte uns ebenfalls und überreichte, die Tradition der Realschule plus Mendig fortsetzend, an uns alle Kilobeutel Gummibärchen.
Nun ist sie also beendet, die 17. Fairplay-Tour. Wir haben erneut erfolgreich daran teilgenommen und somit unsere Solidarität mit Kindern in Ruanda gezeigt. Unsere Spenden werden dort helfen, Kindern eine bessere Schulbildung zu ermöglichen. Zusätzlich waren wir Botschafter des Fairplay Gedankens und haben wieder einmal gezeigt, dass das Wort Fairplay keine leere Worthülse sein muss, sondern haben Fairplay aktiv vorgelebt.
Mit den Teams der Realschule plus Mendig und des VfB Polch hatten wir leistungsfähige Schüler dabei, die sich gut in die Tour integriert haben, viele positive Erfahrungen gesammelt haben und uns dadurch viel Freude bereitet haben. Danke!

Etappe 8

Bei der Ankunft in Trier gab es kiloweise Gummibärchen von Herrn Waters