Am 21.01.2016 haben interessierte Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 8-10 unserer Schule die Erinnerungs- und Begegnungsstätte in der ehemaligen Synagoge in Niederzissen besucht und einen informativen und erlebnisreichen Vormittag verbracht. Sie wurden begleitet von den Realschullehrerinnen Kristina Merten und Ulrike Waasem.
Herr Richard Keuler vom Kultur- und Heimatverein Niederzissen e.V. hat zunächst einen spannenden Einblick in die wechselvolle Geschichte des Hauses gegeben und unsere Schüler auch die schrecklichen Ereignisse des 9. Novembers 1938 anhand von Bildern der Zerstörung des Gotteshauses vor Augen geführt, aber auch das schreckliche Schicksal vieler jüdischer Bürger erklärt. Herr Keuler erzählte zum Beispiel von zwei vergessenen Porzellanfigürchen, die nach der Verschleppung ihrer jüdischen Besitzerin vor ihrem Haus vergessen wurden und die vor der Zerstörung bewahrt werden konnten. Die Menschen wurden ermordet, die Figuren erinnern an sie. Diese Porzellanhündchen schmücken heute eine eindrucksvolle und äußerst interessante Ausstellung über das jüdische Leben in Niederzissen, welche das Herzstück der Begegnungsstätte bildet. Im Mittelpunkt der Ausstellung befinden sich zum Teil sehr wertvolle Objekte, die man zu Beginn der Restaurierungsarbeiten auf dem Dachboden der Synagoge gefunden hatte. Sie geben Aufschluss über vergangenes jüdisches Leben und sind zum großen Teil sehr gut erhalten. Zum Abschluss unseres Ausflugs las Frau Dr. Marion Retterath aus Erinnerungen jüdischer Mendiger Bürger, davon, wie ehemals wohlangesehene Mitbürger während des Nationalsozialismus zunächst geächtet, später dann verfolgt und zum großen Teil ermordet wurden. Dass dieser Vormittag tief beeindruckt hat, konnte man nicht zuletzt daran erkennen, dass immerhin 30 Personen während der Veranstaltung so ruhig waren, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören können. Als wir uns gegen Mittag wieder auf den Weg zu unserem Bus machten, schwirrte uns der Kopf von so viel Traurigem, was wir erfahren haben. Viele Fragen wurden gestellt, Empörung über das unfassbare Verbrechen geäußert. Und das ist auch gut so, denn wir alle tragen die Verantwortung, das Schicksal der entrechteten, verfolgten und ermordeten Menschen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Ein Besuch der ehemaligen Synagoge in Niederzissen lohnt sich auch für Familien, die ihren Kindern Geschichte näherbringen wollen und die Verantwortung aufzeigen wollen, die sich aus ihr ergibt. Nähere Informationen finden Sie her:
http://www.ehem-synagoge-niederzissen.de/

Wir bedanken uns bei Herrn und Frau Keuler und bei Frau Dr. Retterath für dieses unvergessliche Erlebnis!

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Präsentationstag 2012

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