Am 12. Oktober 2015 begaben sich Schülerinnen und Schüler der Klassen S10a und S10b mit ihrer Geschichtslehrerin Frau Mohr auf eine Exkursion nach Verdun, Frankreich, der Welthauptstadt des Friedens.

Die Stadt Verdun steht wie keine andere Stadt für die Gräuel des 1. Weltkrieges. Mehr als 17 Millionen Menschen fanden zwischen 1914 und 1918 den Tod, etwa 20 Millionen Menschen wurden verwundet. Synonym für den Stellungskrieg und die grausamen Materialschlachten ist die achtmonatige Schlacht von Verdun (Februar – Dezember 1916). Mehr als 700.000 Menschen fielen in der „Knochenmühle von Verdun“ den neuartigen Waffentechniken wie Granaten, Flammenwerfern, Giftgas und Maschinengewehren zum Opfer.

Der erste Programmpunkt vor Ort war die Besichtigung des Fort Douaumont. Die Befestigungsanlage war der größte Bau des äußeren französischen Fortgürtels vor Verdun und während der Schlacht besonders stark umkämpft. Es war erschreckend, die Situation der Soldaten vor Augen geführt zu bekommen. Während der Führung durch das Fort Douaumont wurde durch Pierre Lenhard demonstriert, wie schrecklich laut der Einschlag von Granaten auf das Fort war.

Nur  vage konnte man den Lärm, Gestank und die Todesangst erahnen, denen die Soldaten in dieser Hölle, die zugleich Schutz bedeutete, ausgesetzt waren.

 

Nächster Programmpunk der Exkursion war das Beinhaus von Douaumont („Ossuaire de Douaumont“). Dort werden in verschiedenen Kammern die Knochen von etwa 130.000 nicht identifizierten französischen und deutschen Soldaten aufbewahrt. Vom Turm des Beinhauses von Douaumont hat man einen beeindruckenden Ausblick über den Soldatenfriedhof, der sich hinter dem Denkmal erstreckt: „Mort pour la France“ steht auf den mehr als 16.000 Kreuzen, 592 Gedenksteinen für die moslemischen Soldaten und dem Gedenkstein für die jüdischen Soldaten. Es ist heute kaum vorstellbar, wie viele Menschen hier auf dem Schlachtfeld, in den Schützengräben, auf grausame Art getötet worden sind – auch ohne begraben zu werden. Es ist ein Bild, das man nicht so schnell vergisst.

Weiter ging es danach zum Dorf Fleury-devant-Douaumont, das während der Kriegshandlungen komplett zerstört worden war. Heute sind nur noch vereinzelte Steine und Granattrichter aufzufinden. An die Gebäude erinnern nur noch Hinweistafeln. Fleury zählt zu den sogenannten „Villages détruits“, die nicht wiederaufgebaut wurden, da der ohnehin karge Boden rund um die Gemeinde durch Sprengstoffe, Munitionsreste, Giftgas und Leichen verseucht war.

Mit einer Erkundungstour durch die Stadt Verdun endete der Tag in Frankreich.

Nächstes Jahr begeht Verdun sein 100jähriges Gedenkjubiläum- je mehr Zeit ins Land zieht, desto mehr wird die Verpflichtung zur Erinnerung eine Obliegenheit, die uns alle angeht.