+++UNSER TOURTAGEBUCH WIRD TÄGLICH AKTUALISIERT+++
Alle Infos zur 19. Fairplaytour findest du hier.  Auch unseren Streckenplan.

23.06.2017: Start in Birkenfeld

Mit Beginn dieses Schuljahres haben wir in der Triathlon-AG mit der Vorbereitung begonnen. Heute war es  endlich soweit: Die Fairplay Tour der Großregion startet in Birkenfeld.

Das diesjährige Team der Realschule plus mit FOS Mendig besteht aus Thomas Alef (B7b), Lenja Müller (B8a), Simon Hilger (S8c) und Finn Weiler (S8b).

Nachdem wir unsere Räder deponiert und unseren Schlafplatz erstmalig für diese Woche eingerichtet hatten, wurde die Tour offiziell eröffnet.

Zum Abendessen gab es Spießbraten, Reis und Curry. Unser Dessert in Form eines leckeren Eises hatten wir schon vorher ergattert. Das Mendiger Team hat sich darüber hinaus zum Ziel gesetzt, dass Herr Reiz mit mehr Gewicht die Tour beendet als er sie begonnen hat. Dafür nutzen sie schamlos seine Schwäche für Süßigkeiten aus.

Wir sind schon alle gespannt auf morgen und genießen den letzten lockeren Abend vor den kommenden Strapazen.

24.06.2017: 1. Etappe von Birkenfeld nach Wittlich

Mit einer gewissen Nervosität starteten wir auf unsere erste Etappe der Tour 2017. Was erwartet uns? Wie ist es, in einer so großen Gruppe zu fahren?

Um die letzte Frage zuerst zu beantworten: Es ist faszinierend, motivierend aber auch anstrengend, da man jederzeit konzentriert sein muss. Andererseits vergehen die Kilometer wie im Flug. So schafften wir alle die 85 Kilometer der heutigen Etappe, einzig Finn musste nach langem Kampf noch auf den letzten Kilometern mit Magenkrämpfen in den Besenwagen. Man neigt gerne dazu, gerade in der Mittagspause zu schnell und zu viel zu essen, vor allem, wenn es wie heute Currywurst gibt. Da wir gut in der Zeit waren, wurde diese Mittagspause ausgedehnt und wir konnten das schöne Wetter und die tolle Verpflegung in Föhren noch etwas länger genießen.

Auch wenn alle erschöpft sind, überwiegt doch das gute Gefühl, den ersten Tag überstanden zu haben. Alle schwärmten noch am Abend von dem tollen Anblick der vielen einheitlich gekleideten Radfahrer vor ihnen.

Aber auch die häufigsten Sätze unserer Fahrer wollen wir nicht vorenthalten:

Thomas: „Da hab ich ein Medikament gegen.“ „Ich hab Hunger.“

Lenja:  „Wieviel Kilometer noch?“

Simon: „Mein Wasser ist noch kalt.“

Finn: „.“

Herr Reiz: „ Lenja, näher ran!“ (an die Gruppe)

25.06.2017: 2. Etappe von Wittlich nach Prüm

Die heutige 100-Kilometer-Etappe begann damit, dass ich mir anhören musste, wie schlecht es Thomas geht und dass er unmöglich diese Etappe durchfahren könne. Auch Lenja und Finn wirkten sehr unsicher. Nur Simon freute sich. Einerseits steckte den dreien der Vortag in den Knochen, zum anderen hatten sie sich das Höhenprofil angeschaut…

Da schon vorher aufgeben für mich keine Option war, mussten sie dadurch. Bis zur Mittagspause empfand mein Team mich wohl auch eher als Sklaventreiber. Immer wieder trieb ich sie an, verlangte, dass sie sich konzentrieren und durchbeißen. Nach der Mittagspause in Kerpen lief es dann besser. Thomas, Lenja und Finn brauchten immer weniger Hilfe, Simon biss sich sowieso durch. Zitat: „ Dafür bin ich doch schließlich hier!“

Und am Ende? Am Ende kamen alle in Prüm an, stolz die erste 100 Kilometer Etappe ihres Lebens  geschafft zu haben.

 

26.06.2017: 3. Etappe von Prüm nach Bastogne

Gestärkt durch den gestrigen Erfolg waren die 90 Kilometer nach Belgien nur noch halb so schlimm. Die meiste Zeit führte die Strecke über Radwege; Wenn wir mal Straße fuhren, war die aber auch hügelig. Die Radwege waren flach oder stiegen gemächlich an, dafür war das Tempo außergewöhnlich hoch. Trotzdem musste ich heute kaum noch etwas sagen, was mir sehr entgegen kam, denn Stimme hatte ich keine mehr. Alle vier schlugen sich wacker, auch Lenja gelingt das Fahren in der großen Gruppe immer besser.

Täglich erleben wir beim Radfahren, was Fairplay bedeutet. Das Team betont immer wieder, wie beeindruckend es ist, dass man sich gegenseitig hilft und keiner im Stich gelassen wird.

In Bastogne erfuhren wir noch einiges über die Geschichte dieses Ortes und seine Rolle am Ende des zweiten Weltkrieges.

Nach Gruppenfotos (finden sich sicherlich auf www.fairplaytour.de) belegten wir die Halle und gönnten uns in der Stadt leckere belgische Pommes – naja, zumindest Herr Reiz fand sie lecker.

27.06.2017: 4. Etappe von Bastogne nach Luxemburg

Der heutige Tag hielt vor allem eines für uns bereit: Regen! Schon zur Mittagspause in Redange kamen wir durchnässt an. Glücklicherweise verfügte die Schule über viele Haartrockner, die alle genutzt wurden, um die Kleidung nach dem Auswringen wenigstens ein wenig trockener zu bekommen. Leider war der Erfolg nur von kurzer Dauer, denn beim Weiterfahren fing es dann wieder an zu regnen, und das unmittelbar nachdem Tourchef Herbert zum Ausziehen der Regenjacken aufgefordert hatte. Also kurzer Stopp und alle wieder anziehen. Viel schlimmer war aber die Nässe von unten, die uns Schuhe, Socken und Hose durchweichte. Immerhin bewahrte das Schutzblech Lenja, Simon und Thomas vor einem nassen Rücken.

Zwei kleine Stütze hatten wir zu vermelden: Thomas und Finn fielen im Stand um, weil sie nicht aus ihren Clickpedalen kamen, bzw. die falsche Seite auslösten.

Trotz dieser widrigen Umstände war es aber unsere bisher beste Etappe. Auf den 112 Kilometern musste erstmals keiner von uns geschoben werden. Alle Steigungen wurden komplett ohne Hilfe bewältigt. Dementsprechend stolz sind alle. Gleichzeitig haben wir Bergfest: Mit 4 Tagen und 388 Kilometern haben wir gut die Hälfte der Tour hinter uns.

28.06.17: 5. Etappe von Luxemburg nach Esch sur Alzette

Geplant waren heute 90 Kilometer mit Mittagspause in Arlon. Als wir aufwachten, regnete es aber bereits in Strömen. Wir fragten uns, wie lange wir wohl durchnässt fahren müssen. Finn überlegte sogar, ob er überhaupt fahren sollte, da es ihm gesundheitlich nicht so gut ging. Auch die Tourorganisatoren teilten wohl unsere Sorge, vor allem da der Mittagsempfang in Arlon im Schlossgarten geplant war, der keine Rückzugsmöglichkeit hergab. So wurde nach kurzer Beratung entschieden, dass man bis zur Mittagspause in Luxemburg bleibt und dann direkt nach Esch sur Alzette fährt.

Wir nutzten die Zeit, um noch einen kurzen Abstecher in die Innenstadt zu machen. Nachdem wir unser persönliches Budget mit den Schaufensterauslagen (Uhren für 30.000€, Ringe für 20.000€) verglichen hatten, zog es uns zu McDonalds. Zurück in der Sporthalle ruhten wir uns einfach noch ein wenig aus.

Nach diesem sehr entspannten Vormittag, radelten wir dann locker die 30 Kilometer nach Esch, wo wir eine schöne moderne Halle vorfanden.

Einerseits war es mal schön, einen „ Ruhetag“ zu haben, andererseits war es schon fast langweilig oder zu anspruchslos für uns, nur 30 Kilometer auf dem Rad zu sitzen. Es tut mir gut, diese Entwicklung bei meiner Truppe zu verfolgen.

 

29.06.17: 6. Etappe von Esch sur Alzette nach Saarbrücken

Die Königsetappe der Fairplaytour 2017 erwartete uns heute. Zum einen würden wir am Ende des Tages auf 120 Kilometer kommen, zum anderen zeigte das Höhenprofil entgegen der vergangenen Tage eine ernstzunehmende Steigung.

So kam auch einer meiner Jungs morgens wieder zu mir und „konnte“ entweder gar nicht oder nur einen Teil der Etappe fahren. Natürlich ließ ich mich wieder nicht darauf ein und so kamen wir gemeinsam in Saarbrücken an.

Zuvor hatten wir aber einiges geschafft: Die erste Etappenhälfte war wellig, aber gut zu fahren. Einzig ein Schreckerlebnis riss uns aus unserem Trott. Ein entgegenkommendes Fahrzeug geriet neben uns ins Schleudern und schaffte es gerade noch so eine Kollision mit unserer Gruppe zu vermeiden. Dieser Schock war selbst in der Mittagspause noch Hauptgesprächsthema.

 Nach einer kurzen Pause in Schengen kam dann der gefürchtete Anstieg. Zwar benötigten Lenja und Thomas ein wenig Hilfe, hätten es aber mit etwas mehr Vertrauen in Ihre eigenen Fähigkeiten vielleicht auch alleine geschafft.

Eine sonnige Mittagspause in Merzig stärkste uns für die folgenden flachen 40 Kilometer über den Saarradweg. Das Wetter meinte es dabei gut mit uns, bis auf einige Tropfen blieben wir trocken. Pünktlich mit Bezug der Sporthalle fing es dann richtig an zu regnen.

In Saarbrücken gab es dann endlich mal etwas anderes als nur Nudeln mit Bolognese Sauce. So beendeten wir den Abend auch mit durchweg guter Laune.

 

30.06.17: 7. Etappe von Saarbrücken nach Ottweiler

Und schon befinden wir uns am vorletzten Tag der Fairplaytour 2017. 72 Kilometer vorwiegend auf Radwegen lagen vor uns.

Nach einem guten Frühstück, erstmals sogar mit Frühstücksei, starteten wir in Saarbrücken auf den Saarradweg. Das war eine sehr monotone Angelegenheit, so dass wir froh waren, nach 23 Kilometern einen Zwischenstopp in Saargemünd machen zu können.

Einige hundert Meter nach der Pause am Saarufer bemerkte ich einen Plattfuß an meinem Vorderrad. Also raus aus dem Feld, rauf auf den Besenwagen. Glücklicherweise gab es auf diesem ein nicht genutztes Fahrrad, so dass ich am Ortsausgang von Saargemünd wieder zu meinem Team konnte.

Mittag machten wir in Kirkel, wo sich alle neben ihrer eigenen Stärkung super um mich kümmerten und ich mein Rad flicken konnte.

Obwohl er danach recht hügelig weiter ging, packten die restliche Strecke alle ohne Hilfe.

In Ottweiler mussten wir uns leider von Simon verabschieden, der bereits morgen früh auf die nächste Ferienfreizeit muss. Wir finden es schade, ihn auf der Schlussetappe nach Trier nicht dabei zu haben.

Die Stadt Ottweiler spendierte uns allen zwei Bällchen Eis nach Wunsch in den örtlichen Eisdielen. Daher wanderten wir auch sofort nach einer Dusche in die Innenstadt. Das Angebot, kostenlos das Freibad nutzen zu dürfen, lehnten wir allerdings ab, da uns einfach zu kalt war.

Und was gab es zum Abendessen? Natürlich Nudeln mit Bolognese Sauce. Zum 6. Mal für diese Woche. Rechnet man gestern mit, wo man dieses Gericht auch wählen konnte, waren es sogar 7 Mal.

Jetzt freuen wir uns auf morgen, auch wenn es irgendwie schade ist, dass dann wieder alles vorbei ist.

 

01.07.17: 8. Etappe von Ottweiler nach Trier

Letzter Tag! Noch einmal 85 Kilometer mit einigen kleinen oder größeren Herausforderungen. So war der Plan. Doch als wir los fuhren, regnete es bereits in Strömen. Und daran sollte sich auch nicht allzu viel ändern. Es regnete mal mehr mal weniger, aber es regnete. Nach 10 Kilometern waren dann auch die letzten Körperteile nass. Hinzu kam die Kälte. So war der steile Anstieg nach der Hälfte der Strecke eher nebensächlich. Wir freuten uns sogar drauf, weil wir uns endlich etwas warm fahren konnten. Allerdings merkten wir zu diesem Zeitpunkt auch, dass wohl die Streckenführung geändert wurde. Die Etappe verlängerte sich um 11 auf 95 Kilometer. Eine echte Herausforderung bei diesem Wetter. Aber auch dies konnte uns nach dieser Woche nichts mehr anhaben. Wer hätte das vor einer Woche gedacht?

In der Mittagspause konnten wir uns in einer Halle noch ein wenig Aufwärmen und mit Schnitzeln stärken. Danach ging es immer noch sehr nass aber recht flott nach Trier, da es nur noch bergab ging.

Unbeschreiblich dann das Gefühl, in die Arena einzufahren. So viele jubelnde Menschen. Großeltern, Eltern, Geschwister und Freunde, die sich über unsere Rückkehr freuten.

Ich freue mich, wieder ein so gutes Team begleitet zu haben, das vor allem auch durch sein gutes Benehmen und sein soziales Verhalten heraus stach.

Noch ein Wort an die Eltern: Ihre Kinder haben in dieser Woche 700 Kilometer und so viele Höhenmeter wie eine Mount Everest – Besteigung auf dem Rad zurück gelegt. Sie haben Wind und Wetter getrotzt. Wenn sie also das nächste Mal ihre Kinder fordern und diese sagen, sie schaffen es nicht oder sie haben hier und dort Wehwehchen, dann treten Sie ihnen bitte sprichwörtlich in den Hintern. Sagen Sie einfach: „Heul nicht rum, mach’s einfach!“ Nach dieser Woche gibt es keine Ausreden mehr. Ihre Kinder können das. Und den dafür nötigen Biss müssen Sie erhalten. Dann haben die Jungs und das Mädchen schon viel aus dieser Tour für ihr Leben mitgenommen. Und ich bin mir sicher, nicht nur das…